Ich hatte es schon vermutet: Nach der Rekord-Apfelernte im letzten Jahr waren die Apfelbäume in diesem Jahr knauserig. Höchstens ein Drittel der Ernte des letzten Jahres hat es gegeben, keine 10 Kilogramm. Ich hatte sie in der Trockenphase auch nur einmal bewässert. Und die Trockenheit mögen sie nicht. Sie sind aber auch keine guten Trockenheitsanzeiger. Selbst wenn sie schon stark leiden, zeigen sie es nicht. Dafür war die Quitte wieder so freigiebig wie im letzten Jahr.

Knapp 20 Jahre ist der Quittenbaum jetzt alt und seine Ernte hängt kaum von der Witterung ab. Egal, ob es den Sommer schüttet oder gar nicht regnet: Er gibt uns jedes Jahr im September viel zu tun.
Quitte polieren – was ist das?
Nun kann man die Quitten nicht einfach so essen. Das Ökotop Heerdt macht aus seinen Quitten einen köstlichen Quittenbrand, ich bin Fan von Quittenmarmelade. Bevor man sie einkocht, muss man aber den Flaum auf der Oberfläche der Früchte abputzen. Der würde die Marmelade nämlich bitter machen. Man muss die Quitten also polieren. Das heißt so, weil sie danach so schön gelb leuchten. Viel Arbeit, aber dafür bekommt man auch ein Erfolgserlebnis. Während es wirklich viel Arbeit ist, die Quitten zu polieren und zu zerkleinern, haben sie für die Marmelade auch einen Vorteil.
Pektin bringt sie genug mit
Man braucht für die Quittenmarmelade keinen Zucker zum Einkochen mit Pektin einkaufen. Sie hat nämlich genug davon, und so geliert die Marmelade im Topf mit ganz normalem Zucker. Ich liebe es, wie sie dabei duftet. Und nach 3 Tagen mehrstündigem Kücheneinsatz war die ’26er Marmelade fertig. 39 Gläser Marmelade sind es geworden. Das reicht für Freunde und Verwandte und macht uns, was die Marmelade angeht, fast zu Selbstversorgern.
Wer, wie wir, einen sandigen Boden hat, der schnell austrocknet, dem kann man die Quitte also nur empfehlen. Statt sich in trockenen Jahren über die Missernte zu ärgern, füllt man seine Speisekammer für das ganze nächste Jahr.
Übrigens: Der „Wasser-ernten“-Onlinekurs für diesen Herbst hat zwar schon begonnen, aber weil er ein Selbstlernkurs ist, kann man auch jetzt noch einsteigen. Wer also Interesse hat, sich schlauer zu machen, wie er mit solch einem Klima wie in diesem Sommer besser umgehen kann, der ist in dem Kurs genau richtig.
