Einladung in den Waldgarten

Im Waldgarten unterm Wein sitzen

Riesig ist er nicht, mein Garten hinter’m Haus. 240 Quadratmeter sind hier in meiner Obhut und mein Übungsfeld für den Umgang mit dem Regen und der Trockenheit. Damit er möglichst viel nützliches hervorbringt, soll er ein Waldgarten werden. Und eigentlich ist er es schon, wie Ihr auf den Bildern sehen könnt. Hier könnte Ihr nachlesen, was das ist und worum es dabei geht. So richtig “fertig” ist so ein Waldgarten, wie vielleicht jeder Garten, natürlich nie. Maibeeren, 2 Weinstöcke und Ölweide sollen im Herbst hinzukommen. Aber es geht in so einem Waldgarten natürlich nicht nur um Nützlichkeit. Es ist einfach schön, dort zu sitzen und den Hummeln bei der Arbeit zuzusehen. Noch schöner, statt alleine dort zu sitzen, ist natürlich, wenn Besuch da ist. Und daher möchte ich Euch heute in meinen Garten einladen! Wenn Ihr in der Nähe seid (Ich wohne in Duisburg, an der Grenze des Ruhrgebiets zum…

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Starkregen – wirklich eine Naturkatastrophe?

Ein Sickergraben wird angelegt.

Teile Hessens standen letztens unter Wasser. Beeindruckende Bilder zeigten, was der Starkregen in einigen Orten angerichtet hatte. In unserer Facebook-Gruppe “Wasser ernten” gab es eine interessante Diskussion zu dem Thema und das hat mich angeregt, hier ausführlicher zu dem Thema zu schreiben. Auf dem Bild sieht man, wie braune Wassermassen durch einen Ort schießen. In diesem Fall richten sie, wenn ich es richtig sehe, noch nicht einmal viel Schaden an. Es wirkt, als ob die Verantwortlichen damit gerechnet haben, dass so etwas passiert und gut vorgesorgt haben. Vielleicht ist der eine oder andere Keller vollgelaufen. Viel interessanter finde ich jedoch, was man in dem Video nicht sieht. Das Wasser, dass da bei Starkregen durch den Ort rast, kommt doch irgendwo her. Und da Wasser immer von oben nach unten fließt, gibt es eine Fläche oberhalb des Ortes, auf die das Wasser fiel, das wir in dem Video fließen sehen. Diese…

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Stachelbeeren – meine treuen Begleiter

Stachelbeeren vor der Ernte

Bald ist es in diesem Jahr wieder soweit, und die Ernte der Stachelbeeren geht los. Auch in diesem Jahr haben sie sich wieder als sehr robust gezeigt und mir nicht übelgenommen, dass ich sie vernachlässigt habe. Das tun sie nun schon seit Jahren. Von den 4 Sträuchern auf der Terrasse, die ich vor 12 Jahren bei meinem damaligen Bodenentsiegelungsprojekt gepflanzt habe, bekomme ich sehr zuverlässig mindestens 10kg Beeren. Auch in diesem Jahr wird das wieder klappen, wahrscheinlich werden es noch ein paar mehr sein. Dabei habe ich sie in diesem Jahr gleich zweimal vernachlässigt. Zum einen mögen sie wie fast alle Obstgehölze eine Kompostdüngung nach der Blüte, wenn die Früchte beginnen, zu wachsen. Das habe ich in diesem Jahr versäumt. Die Stachelbeeren mussten in diesem Jahr ohne Kompost klarkommen. Und dann haben sie in diesem klimatisch merkwürdigen Jahr Blattläuse bekommen. Da habe ich fast 4 Wochen gebraucht, bis ich sie…

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Ein Mulch-Ratgeber

Blätter der Schneebeere als Mulch unter den Bohnen

14 Tage hatte es vor dem letzten Wochenende bei mir nicht geregnet. Da kamen die ersten Pflanzen schon in Trockenstress und so etwa 600 Liter habe ich gegossen. Und es waren natürlich die Bereiche ohne Mulch, die am schnellsten unter Trockenheit gelitten haben. Der ausgiebige Regen am Wochenende hat die Regentonnen wieder gefüllt. Es ist nicht mehr so heiß und so habe ich das Mulchen nachgeholt. Über seine Wirkung, speziell was das Wasser speichern angeht, hatte ich hier schon einmal etwas geschrieben. Eine Schneebeere ist allzu üppig gewachsen und hat reichlich Zweige geliefert, um die Bohnen zu mulchen. Mulch – grün oder braun Die grünen Blätter haben dabei genug Stickstoff, so dass sie dem Boden keinen Stickstoff entziehen, wenn sie sich zersetzen. Das gilt generell für die “grünen” Materialien. Die zersetzen sich dafür allerdings schneller, so dass man öfter mulchen muss als bei den “braunen”, holzigen Stoffen. Die Zweige habe…

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Ein fliegender Fluss – von uns bis China

Ein fliegender Fluss aus verdunstetem Wasser

Vielleicht haben Sie schon vom “fliegenden Amazonas” gelesen – dabei geht es um die Riesenmenge Wasser, die im Amazonasgebiet verdunstet und weite Teile Südamerikas mit Regen versorgt. Die vielen Bäume, die dort wachsen und dafür Wasser verdunsten, speisen diesen “Flying River”. Dieser fliegende Fluss bewegt mehr Wasser als der Amazonas, den wir sehen können, über 20 Milliarden Tonnen Wasser jeden Tag. Ohne dieses Wasser würde dort viel, viel Regenwasser fehlen. Weltweit stammen über 40 Prozent des Regens auf die Kontinente nicht von den Ozeanen, sondern sie sind vorher auf dem Land verdunstet. Und regional ist es manchmal noch viel mehr. Ein fliegender Fluss auch bei uns Der Amazonas ist weit weg. Der Effekt, dass Pflanzen Wasser verdunsten und woanders für Regen sorgt, ist aber auch für uns wichtig. Bei einem Webinar habe ich dies kürzlich gelernt: Etwa 80% des Niederschlags in China stammt nicht vom Meer. Das Regenwasser hat stattdessen…

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Nässe – kostbar und manchmal lästig

Nässe im Mai - Apfelbaum

Es wird ein niederschlagsreicher Mai! In meinem Garten sind bisher 90 Liter pro Quadratmeter heruntergekommen und der Mai ist noch nicht zu Ende. Viele Gärtner kämpfen jetzt mit der Nässe. Ihr Gemüse gedeiht nicht, weil die Pflanzen es nicht vertragen, mit den Füßen im Wasser zu stehen. Dabei ist dieser Mai noch kein Extremereignis. In 2014 hat es noch ein bißchen mehr geregnet. Damals waren es 110 Liter auf den Quadratmeter. Welche Gärten vertragen Nässe und welche nicht? In meinem Garten ist der Boden nach all dem Regen feucht, aber er ist nicht nass. Woran liegt es, dass die einen Gärten bei derselben Regenmenge vernässen, während die Pflanzen in den anderen noch gedeihen? Da spielt sicherlich die Bodenart eine Rolle. Bei einem Sandboden kann das Wasser schneller versickern und sich unterirdisch wegbewegen. Ein anderer, ganz wichtigen Faktor ist die Bestandestranspiration. Da geht es um die Frage, wie viel Millimeter des…

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Mit Ollas pfiffig gießen

Ollas zum Bewässern selber bauen

In den letzten trockenen Jahren war es für viele Gärtner ein Problem, ihren Pflanzen genug Wasser zu geben. Mit Ollas kann man stattdessen seine Pflanzen sehr effektiv und zeitsparend bewässern. So braucht man weniger Wasser und kann mit dem Inhalt der Regentonne auch längere Trockenphasen überstehen. Eine Olla ist ein Tongefäß, das neben den Pflanzen im Garten eingegraben wird. Oben hat sie ein Loch, durch das man das Wasser einfüllt. Die Olla gibt dann das Wasser nach und nach an den Boden ab. So bekommen die Pflanzen auch in Trockenzeiten regelmäßig Wasser, und sie bekommen es direkt in ihrem Wurzelbereich. Die Verdunstung an der Bodenoberfläche, die dem Gärtner sonst einen guten Teil des kostbaren Wassers raubt, ist auf diese Weise minimal. Die Spanier haben das erfunden und Olla genannt, was auf deutsch einfach “Topf” heißt. Ollas selber bauen Diese Methode, seine Pflanzen pfiffig zu bewässern, wollte ich natürlich ausprobieren. Man…

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Wurzeln und Wasser

Wurzeln eines Ahornschößlings

Jetzt im Frühjahr wird mein Gartenboden trockener. Das liegt daran, dass weniger Regen fällt. Die Hauptursache ist aber, dass die Pflanzen jetzt für Ihr Wachstum sehr viel Wasser verdunsten. Jeder weiß, dass sie dieses Wasser über ihre Wurzeln aufnehmen. Wir wollen uns heute genauer anschauen, wie sie das machen. Eine wichtige Tatsache ist, dass die Wurzeln der Pflanzen, um Wasser und Nährstoffe aufzunehmen, auch Luft brauchen. Das liegt daran, dass sie in einer Symbiose mit einem Pilzgeflecht leben. Die Pflanzen versorgen die Pilze mit Zucker und bekommen von ihnen im Ausgleich die Nährstoffe in der Menge, die sie brauchen. Diese Symbiose heißt Mykorrhiza. Wurzeln brauchen auch Sauerstoff Wenn der Boden sehr nass ist, fehlt es in der Tiefe an Sauerstoff. Daher braucht die Pflanze für diese Situation ein Wurzelsystem knapp unter der Bodenoberfläche. Wenn es sehr nass wird, bildet sie sogar Luftwurzeln aus, die bis an die Oberfläche gehen. Aerotropismus…

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Waldgeister: Wasser ernten im Podcast

Die Waldgeister – ein Youtube-Kanal mit vielen Videos rund ums Thema Permakultur – haben mich gestern interviewt. Und danach war Daniel, der Waldgeist, schon fleißig. Das Video ist online.

Fast eine Stunde haben wir uns darüber unterhalten, was man für einen besseren Umgang mit Wasser alles tun kann. Viel Spaß beim Zuhören!

P.S.: Ich freue mich über weitere Interview-Anfragen.

Später Frost im Garten

Die Pflaume blüht trotz Schneeregen

Frost im Garten im April. In diesem Jahr hat er uns wieder erwischt. Die ersten Obstbäume blühen schon und so heißt es jetzt Daumen drücken, dass er nicht die Ernte reduziert. Ich glaube aber nicht, dass die Kälte dramatische Folgen haben wird. Ich habe einmal nachgeschaut, wie das Wetter vor einem Jahr war. Erinnert Ihr Euch noch? Da war es schon ausgesprochen warum. Bei uns am Niederrhein waren es um die 25°. Trotzdem sind solche späten Fröste nichts ungewöhnliches. Letztes Jahr gab es zu den ersten Apriltagen nachts sogar einen strengeren Frost als jetzt mit -3°. Deutlich ist der Unterschied zum letzten Jahr beim Niederschlag. Während im letzten Jahr die “Trockenzeit” bei uns Mitte März begann und dann bis in den Juni anhielt, fängt der April in diesem Jahr nicht nur mit Frost, sondern eher feucht an. Für meinen sandigen Gartenboden ist das ein großer Vorteil. Mit viel Mulch, Terra…

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