Der Sommer 2022 – eine Bilanz

Nun ist er wirklich vorbei. Es war schon ein besonderer Sommer. Ich glaube, so viel wie in diesem Jahr ist noch nie über Trockenheit und Dürre berichtet worden. Viel geregnet hat es in diesem Sommer wirklich nicht. Seit dem September ist der trockene Spuk vorbei, bei mir war es mit 118 Litern auf den Quadratmeter sogar der nasseste September der 14 Jahre, für die ich Daten habe. Nun ist es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen. Wir kommen also heute nicht umhin, uns ein wenig mit Zahlen zu beschäftigen.

Der Sommer ist vorbei - Rosen nach dem Regen

Wie schlimm war es denn wirklich? Dazu möchte ich diesen Sommer mit 2018 vergleichen. 2018 war in Deutschland das vierttrockenste Jahr der letzten gut 100 Jahre. Es war das trockenste Jahr, das ich bisher miterleben durfte. Nehmen wir zum Vergleich den Zeitraum, auf den es im Garten ankommt, von März bis August. Im Jahr 2018 gab es bei mir 210,1 mm Niederschlag, in diesem Jahr waren es 208,8 mm. In diesem Sommer war es also wirklich extrem trocken!

Dass das Jahr 2022 es dennoch nicht zu einem Dürre-Rekordjahr bringen wird, liegt außer an dem schon erwähnten September an einem vergleichsweise regnerischen Februar. Da gab es in diesem Jahr 87,7 mm Regen, 2018 waren es nur 13,2 mm. Zumindest bei mir am Niederrhein war der Sommer also wirklich wieder einmal, wie fast immer in den letzten Jahren, sehr trocken. Über 800 Liter Jahresniederschlag pro Quadratmeter, den alten 30-Jahres-Durchschnitt hat es bei uns in den letzten 14 Jahren nur ein einziges Mal gegeben. Das war im letzten Jahr mit seinen vielen Starkregen.

Wie war der Sommer in meinem Garten?

Nun war das Jahr 2018 mein Weckruf, was das Wasser angeht. Vorher dachte ich, ich könne gärtnern. Ich tue das ja auch schon ganz lange, über 40 Jahre. Und in jenem Sommer ging mir Ende Mai das Wasser aus. Da ich nicht mit Trinkwasser gießen wollte, musste ich mich auf ein bisschen Brauchwasser beschränken und so ist nicht viel gewachsen in diesem Sommer, stattdessen viel vertrocknet.

Seitdem ist in meinem Garten viel passiert. Außer Erdarbeiten sind vor allem bisher etwa 1000 Liter Pflanzenkohle in den Boden gekommen. Was hat all diese Arbeit bewirkt?

Zunächst das wichtigste: Während im Jahr 2018 mein gesammeltes Regenwasser schon im Mai verbraucht war, hat es in diesem Jahr gereicht! Dabei spielte eine Rolle, das ich inzwischen 1500 Liter Wasser in Regentonnen habe statt 1000 Liter im Jahr 2018. Das wichtigste war aber, dass ich viel seltener gießen musste. Natürlich brauchten meine Himbeeren immer noch viel Wasser, aber es war nur noch die Hälfte von dem, was ich ihnen früher geben musste. Beim Topinambur, der bei meinem Sandboden sehr durstig ist, war es ähnlich. So blieb sogar Wasser für die Obstbäume übrig. 2 Mal bekamen sie ihre 20 Liter pro Quadratmeter, die sie brauchen, damit die Bewässerung bei ihnen überhaupt einen Effekt hat. Die Ernte blieb dennoch hinter der Rekordernte des letzten Jahres zurück, aber ich konnte die Verluste wenigstens begrenzen. Und auch die neu gepflanzten Weinbeeren, die noch etwas schneller als die Himbeeren durstig werden, konnte ich durchbringen.

Der Boden macht den Unterschied!

Ich kann also zufrieden sein. Die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens zu steigern ist der richtige Weg, um mit dem Wechsel von Starkregen und Dürre umzugehen! Das Wasser im Boden bringt die Pflanzen durch die Trockenzeit. So werde ich weitermachen, was ich begonnen habe, weiter Pflanzenkohle in den Boden bringen und viel mulchen. In diesem Jahr durfte ich erleben, wie sehr das hilft.

Nun bin ich neugierig: Wie war das Jahr 2022 bei Ihnen? Sind Sie auch so glimpflich wie ich davongekommen oder hatten Sie Trockenschäden? War es bei Ihnen auch besser als 2018 oder war es schlimmer? Ich freue mich auf Ihre Antworten! Ein Tipp: Unter den Antworten meiner Newsletter-Abonnenten verlose ich ein E-Book und eine gedruckte Ausgabe meines Buches “Wasser ernten”. Wenn Sie also noch kein Abo haben, registrieren Sie sich und seien Sie dabei!

Einen Tipp habe ich noch für Sie: In diesem Sommer habe ich Silvia Streifel kennengelernt, die bald einen Podcast starten wird. Da wird neben vielen anderen Gartenthemen natürlich auch Wasser ein Thema sein und ich freue mich schon auf ihr Interview mit mir. Wann es losgeht, erfahren Sie, wenn Sie sich für Ihren kostenlosen Newsletter registrieren!

2 Kommentare

  1. Bei mir war es diesen Sommer auch extrem. Ich gieße in Ermangelung eines Wasseranschlusses auch kein Trinkwasser und bin dementsprechend auf Regenwasser angewiesen. In meinen 20 Gartenjahren habe ich noch nie so kleine Maiskolben wie dieses Jahr geerntet und Gurken blieben leider ganz aus. Selbst die Zucchiniernte war nicht so gut wie sonst. Ich baue immer extra viel als Tierfutter an. Den Topinambur gieße ich nie, aber der verbreitet sich auch ohne Wasser massig im Mulch bei mir. Wenigstens etwas Futter für die Schweine 😉

  2. hallo aus der steiermark/österreich,

    kurz vorab: wir haben ein großes hanggrundstück (S/SO) mit ganztagessonne, viel wind und 0 wasser am grund vor gut einem jahr erworben. als erste handlung haben wir im oberen, steileren teil mit dem bagger terrassen angelegt – zwecks leichterer bewirtschaftung –, trockenmauern gebaut und swales gegraben. am unteren rand der swales haben wir dann (heimische) bäume und sträucher gepflanzt (aber auch an anderen stellen und grundstücksgrenzen).

    mit regen hatten wir im juni/juli ziemliches glück … obwohl es generell sehr trocken bei uns ist. zusätzlich hatten wir eine bewässerungsanlage mit schläuchen zu den frisch gesetzen pflanzen gelegt. wir wollten einfach nicht, dass diese investion gleich mal wegtrocknet, sollte das mit den swales nicht funktionieren …

    ergebnis: wir hatten sogar einige alpinstauden ersäuft :/
    es hat gut geregnet UND die swales dürften schon ihren teil dazu beigetragen haben … sicher sind wir uns nicht. in den mulden blieb kein wasser sichtlich stehen, ABER es wachsen dort irsinnig viel planzen. viel mehr als an den ebenen flächen … das war spannend zu beobachten.
    ausser eben ein paar alpinstauden, ein haselstrauch, eine ribisel, eine edelkastanie und eine mirabelle hat echt alles überlebt … und wir haben wirklich viel gesetzt. … würde mal überschlagsmäßig sagen: knapp 20 bäume, 50 sträucher und zahlreiche kräuter plus der altbestand an alten walnuss-, apfel- und kirschbäumen und eine große 200 jahre alte linde.

    das wasserversorgungssystem war jetzt mal der erste versuch.
    wir haben nach dem großen projekt der haussanierung noch einen teich für regenwasser, zisternen usw. geplant … bzw. eher im kopf als schon konkret geplant. wir sind noch am beobachten und tüfeltn und für jeden tipp sehr dankbar!

    lg aus der steiermark, stefanie & gino

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